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Andreas Tollhopf - Dipl. Ing. Architekt, Bildhauer

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Gestüt Pusztaberény, Ungarn

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Umbau und Erweiterung der historischen Gebäude
zu einem Feriendomizil 

Architektenleistungen:
Bestandsaufnahme der historischen Gebäude 
Bestandszeichnungen
Dokumentation und Analyse der Bauschäden 
Erarbeitung von Sanierungsvorschlägen
Vorentwürfe für Umbau- und Erweiterung

Auftraggeber:
Eheleute L. G. und Ilona Braun, Melsungen

Ausführungszeitraum: 2005 / 2006

Beschreibung:

Gegenstand der Untersuchungen ist das Anfang 1900 erbaute Gestüt Pusztaberény bei Fonyod, ca. 15 km südlich des Balaton in Ungarn. Ziel der Bestandsaufnahme sowie der Zustandsbeschreibung ist die Schaffung einer Grundlage für die weitere Planung zur Sanierung und Umgestaltung von Teilen des Gestüts zu Wohnzwecken. Das komplette Hauptgebäude sowie das südwestlich davon gelegene, eingeschossige Wohnhaus wurden innen und außen aufgemessen und auf Schäden untersucht. Ein verformungsgerechtes Aufmaß wurde nicht durchgeführt, da die teilweise vorhandenen Verformungen im Mauerwerk sowie im Bereich der Holzkonstruktionen im Zuge der Umbaumaßnahmen freigelegt, untersucht und je nach Erfordernis repariert werden sollen. Anhand der örtlich vorgenommenen Aufmaße wurden Bestandspläne im Maßstab M 1 : 50 angefertigt. Von wertvollen Details wie Fenstern und Türen wurden Zeichnungen im Maßstab M 1 : 20 erstellt. Auch die Zeichnungsdateien der bisher im Maßstab M 1 : 50 ausgedruckten Pläne enthalten einen weitaus höheren Detaillierungsgrad, der für eine weitere Bearbeitung zur Verfügung steht. Die umliegenden Stall- und Lagergebäude wurden bisher lediglich in Augenschein genommen und fotografisch dokumentiert. Nachfolgend werden die Gebäude in Bezug auf Lage, Bauweise und Besonderheiten beschrieben und anhand von Fotografien illustriert. Auf Grundlage der vorliegenden Bestandspläne sowie der gewonnenen Erkenntnisse über den baulichen Zustand der Anlage werden Entwürfe für einen Umbau des Hauptgebäudes sowie des Wohnhauses ausgearbeitet, die eine differenzierte Wohnnutzung ermöglichen.

Hauptgebäude

Bei den untersuchten Gebäuden handelt es sich um das Hauptgebäude sowie um ein zuletzt als Wohnhaus genutztes Nebengebäude des Gestüts "Pusztaberény" in Ungarn bei Lengyeltóty am Balaton ca. 10 km südlich von Fonyod. Das Hauptgebäude als ehemaliger Wohnsitz der Anlage bildet den östlichen Abschluss einer u-förmig angelegten Gebäudegruppe, die teilweise als Stallungen und zu Lagerzwecken genutzt wird. Das lang gestreckte Gebäude hat eine Gesamtlänge von ca. 70,50 m, eine Breite von ca. 10,50 m und eine Firsthöhe von ca. 8,60 m bezogen auf das Geländeniveau. Ungefähr in der Mitte der beiden Längsseiten sind dem Baukörper je eine ca. 10,00 m lange und ca. 5,00 m tiefe Säulenhalle mit klassischem Giebel vorgelagert. Der östliche Giebel verfügt über zwei Bogenfenster und reichhaltige Verzierungen, während der westliche Giebel vermutlich durch Umbaumaßnahmen keine Verzierungen mehr aufweist. Historische Fotos belegen jedoch, dass Giebel- und Säulenausbildung auf Hof- und Parkseite nahezu identisch waren. Am nördlichen Ende bildet ein um ca. 1,20 m gegenüber der Längsfassade hervorstehender Kopfbau den Abschluss des Gebäudes. Er weist ähnliche dekorative Elemente auf, wie der östliche Giebel. Die Giebelfassade des Kopfbaus wird von Pilastern eingerahmt, die um die Außenkanten herumgeführt sind. Ein kleiner Anbau bildet den Zugang zur Teilunterkellerung. Die Unterkellerung besteht auf eine Länge von ca. 14,00 m. Es handelt sich um zwei Kellerabschnitte, die vermutlich zu unterschiedlichen Zeiten erbaut worden sind. Denkbar ist auch, dass der vordere Keller gemeinsam mit dem Kopfbau zu einem späteren Zeitpunkt als Anbau errichtet worden ist. Dafür spricht die andere Art der Gewölbeausbildung in diesem Teil, die ohne den Kopfbau spiegelsymmetrische Anordnung der Säulenhallen, die im Dachgeschoss in dieser Achse ausgemauerte Giebelwand und die Dicke der Innenwand, die im ursprünglichen Zustand Außenwand gewesen sein könnte Auch die u-förmige Anordnung der Stall- und Lagergebäude bezieht sich auf das ursprüngliche Gebäude ohne Kopfbau und spricht für eine nachträgliche Ergänzung (siehe auch Lageplan). Am südlichen Giebel befindet sich ein kleiner Anbau für die Gasheizung des gesamten Gebäudes. Eine durch Anleitern erreichbare Holztür in dieser Giebelwand ermöglicht den Zugang zum Dachboden. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen eingeschossigen, verputzten Massivbau mit einem Satteldach, das am nördlichen Ende als Walmdach ausgebildet ist.

Wohnhaus

Das zuletzt als Wohnhaus genutzte Gebäude wurde vor dem südlichen Stall- und Lagergebäude giebelseitige als Vorbau errichtet. Das in Massivbauweise erbaute Haus mit Satteldach ist eingeschossig und hat eine Außenlänge von ca. 16,10 m, eine Breite von ca. 10,90 m und eine Firsthöhe von 8,30 m. Es ist auf eine Länge von ca. 10,00 m unterkellert. Der Kellerzugang erfolgt von der Hofseite. Das Gebäude wurde zu ungefähr zwei Drittel als Wohngebäude genutzt. Der übrige Teil diente als Garagen, Lagerräume und Kellerzugang. Die mittlere lichte Raumhöhe beträgt ca. 3,00 m. Der Fertigfußboden ist gegenüber dem Außengelände um ca. 0,30 m erhöht. Die Außenfassade verfügt über eine schlichte Ornamentik im Stile der Stallgebäude, bestehend aus Friesen an Traufe, Giebel und Ortgang sowie Pilastern, die im Backsteinmauerwerk hergestellt wurden. Die Beheizung der Wohnräume erfolgt über zwei vom Mittelflur aus zu bedienende Kachelöfen. Der Zugang zum Dachboden erfolgt von außen über eine Tür in der Giebelwand und zusätzlich über eine Deckenöffnung im Lagerraum. Dachdeckung und Klempnerarbeiten wurden vor wenigen Jahren erneuert und befinden sich in einem guten Zustand. Vor dem nördlichen Stall- und Lagergebäude stand bis vor kurzem ein ähnliches Gebäude, das aufgrund seines schlechten Zustandes abgebrochen wurde. Lediglich die Giebelwand des Lagergebäudes wurde bisher neu verputzt.

Nebengebäude

Von den zahlreichen auf dem Gelände vorhandenen Nebengebäuden bilden die beiden rechtwinklig zum Hauptgebäude stehenden Stall- und Lagergebäude gemeinsam mit dem Hauptgebäude eine u-förmige Hofanlage. Das südliche Gebäude ist unterkellert und verfügt über drei Geschosse einschließlich Dachgeschoss. Während das Erdgeschoss als Stallung genutzt wird, dienen 1. Obergeschoss und Dachboden zu Lagerzwecken. Das nördliche Gebäude ist um ein Geschoss niedriger und nicht unterkellert. Auch hier dient das Erdgeschoss ursprünglich als Stallung und der Dachboden zu Lagerzwecken. Die in massiver Bauweise ausgeführten Gebäude mit Satteldach sind in den Außenabmessungen nahezu identisch. An beiden Gebäuden gliedert eine im Backsteinmauerwerk ausgebildete Ornamentik in Form von Friesen die Fassaden trauf- und giebelseitig. Während das südliche Gebäude vor kurzem eine Sanierung an Dach und Fassade erhalten hat, ist das nördliche Gebäude in einem sehr schlechten Allgemeinzustand.In der Dachdeckung sind zahlreiche Löcher, durch die Wasser in das Gebäude eindringt und die

Außenanlagen

Das gesamte Ensemble ist im Bereich des Hauptgebäudes von einer parkartigen Anlage umgeben. Nähert man sich dem Gestüt mit dem Fahrzeug, so fährt man nahezu achsensymmetrisch auf den östlichen Portikus zu, um in einem Abstand von ca. 100 m in einem Viertelkreis um eine Grünfläche mit altem Baumbestand herum in den dreiseitig begrenzten Innenhof zu gelangen. Der Innenhof ist geprägt durch die umgebenden Gebäudefassaden, durch ausgewachsene Bäume, Kieswege und gärtnerische Anlagen. Die beiden Stall- und Lagergebäude stehen am Rande einer dezenten Hangkante, die in westlicher Richtung einen weiten Blick in die Landschaft frei gibt, der jedoch zur Zeit durch einen großen im Innenhof stehenden Buchsbaum eingeschränkt ist. In dieser Richtung befinden sich auch die großen Pferdekoppeln und unterschiedliche Wirtschaftsgebäude. Die ausgedehnten Außenanlagen bedürfen einer gezielten Überarbeitung und Pflege. Aber bereits im derzeitigen Zustand ist das große Potenzial der Anlagen erkennbar. In einigen Bereichen ergeben sich Bildausschnitte, die Assoziationen an romantische Landschaftsgärten hervorrufen.





Last modified 2009-10-07 04:26 PM
 

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